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31.07.2017 (Schottland)

Der erste Tag

Nach meiner Ankunft wurden als erstes wurden die Formalien erledigt, ich wurde herum geführt, in Brandschutz eingewiesen etc. Alle Menschen die mir begegnet sind, waren durchweg fast übertrieben freundlich. Niemand hat auch nur erwähnt, dass ich 20 Minuten zu spät war, da ich mich hoffnungslos verlaufen hatte. Alle sind sehr nett, und haben kein Problem damit Dinge zu wiederholen, wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstanden habe. Was praktisch leider fast immer der Fall ist. Ich habe wirklich mehr mit dem Dialekt zu kämpfen, als ich mir hätte vorstellen können. Außerdem fehlt mir das Fachvokabular der medizinischen Begriffe. Aber die schottischen Kollegen sind sehr zuvorkommend und erklären Dinge auch gern auf Kindergartenniveau, damit auch ich sie verstehen kann. So ziemlich das erste, was ich an diesem Tag lernte war zum Beispiel: „theatre“ heißt OP. Dies liegt an der Beschreibung „to operate in theatre“. Es hat also leider wenig mit Kino oder tatsächlichem Theater zu tun, sondern mehr mit dem Aufschneiden von Patienten.

Man merkt sofort, dass die Hierarchie Strukturen hier nicht so ausgeprägt sind wie in Deutschland. Mir ist kein einziger Arzt in einem weißen Kittel begegnet. Pfleger wie Ärzte tragen blaue Uniformen, mit dem Schriftzug „NHS Scotland“. Nur Chefärzte stechen heraus, da sie nicht uniformiert sind, sondern Privatkleidung tragen. Insgesamt scheint es ein sehr starkes Teamgefühl, zu geben. Auf Nachfrage wird mir erklärt, dass die Ärzte den Pflegekräften eine hohe Bedeutung beimessen, denn sie sind diejenigen, die die Zeit mit den Patienten verbringen, und die sie am besten kennen. Und das ist nicht zu leugnen. Pflege wird hier auf der ICU so durchgeführt, wie sie meiner Meinung nach überall sein sollte: langsam und behutsam, an den Patienten angepasst und zu einhundert Prozent auf ihn fokussiert. Zu jeder Zeit wird die Intimsphäre gewahrt. Der Mentor der mir an diesem Tag zugeteilt war, sprach die Patienten mit Vornamen an. Später fragte ich ihn, ob das hier regelhaft so sei. Ich ging eigentlich davon aus, dass dies so sei, da es im englischen kein „Siezen“ gibt, und die Kultur einfach weniger förmlich ist als in Deutschland. Diese einfache Frage stieß bei meinem Mentor einen Gedankengang an, der in einem Monolog über seine Arbeitsmoral endete. Er sagte, dass die Patienten am Anfang immer gefragt werden, wie sie angesprochen werden wollen. Er persönlich bevorzuge aber Vornamen, da man so einfacher eine Vertrauensbasis aufbauen kann. So kann das Gefühl von Sicherheit viel leichter vermittelt werden, und die Patienten werden als Individuum geschätzt. Das sei es was Pflege für ihn ausmacht: den Leuten Sicherheit geben, und das Wissen, dass man alles für sie tun wird was irgend möglich ist. Denn deshalb sei er schließlich mal Pfleger geworden. Seine Erzählung hat mich ein bisschen gerührt, muss ich sagen. So etwas kann natürlich auch mal schnell dahin gesagt sein, doch in seinem Fall zweifele ich keine Sekunde, dass er lebt, was er mir gesagt hat.

Außerdem auffällig ist, wie sehr auf Hygiene geachtet wird. Nach jedem Handgriff am Bett werden die Hände gewaschen. Der Wasserstrahl wird aktiviert und beendet indem man seine Hand vor einen Sensor hält. Nach dem Waschen kontaminiert man die Hände also nicht wieder, um da Wasser abzudrehen. Vor jeder längeren Arbeit am Bett, auch für die Visite, werden Einmalplastikschürzen und Handschuhe angezogen. Die Schürzen haben pro Bett verschiedene Farben, damit man nichts durcheinander bringen kann. MRSA sei bei ihnen keine große Sache, wird mir erklärt. Nach Meinung meines Mentors würde es mit dem Screening manchmal sogar etwas übertrieben werden. Nichts was man in Deutschland allzu oft hört.

Es ist fast schon unnötig zu erwähnen, dass es auf der ICU sehr viel technischer zugeht als ich es je in meinem Arbeitsalltag als Altenpflegerin bisher erlebt habe, aber ich genieße es sehr so viele neue Dinge kennen zu lernen. Zum Abschluss des Tages durfte ich noch bei einer OP zuschauen, was für mich ebenfalls völlig neu war, aber wahnsinnig interessant. Vor der OP hat sich das Team, das gleich zusammen arbeiten sollte zu einer Besprechung im OP-Saal versammelt. Es begann damit, dass der Chirurg seinen Namen und seine Position genannt hat. Danach ging es reihum, und jeder Anwesende hat sich vorgestellt: die Anästhesistin, der Assistenzchirurg, die OP-Schwestern, eine Schwesternhelferin und ich. Insgesamt sieben Leute. Danach wurde der Patient besprochen und wie die OP geplant war.

Nach 10 Stunden durfte ich mich dann auf den Weg nach Hause machen, um das erlebte zu verarbeiten (, wegen der OP habe ich meine geplante Zeit etwas überzogen). Ich freue mich bereits sehr auf die verbleibende Zeit und den morgigen Tag! (An dem ich plane pünktlich zu sein.)

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