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18.07.2018 Thailand

Bei Risiken und Nebenwirkungen – ein Einblick in das Gesundheitssystem Thailands

Hallo liebe Blog – Leser,

in unserem heutigen Post geht es um das thailändische Gesundheitssystem. Leider ist es schwierig einen deutlichen roten Faden in diesem System zu finden.
Heute wollten wir mal in den Bereich der Krankenschwestern schnuppern, da der Arzt zu Besuch war. Dieser kommt einmal die Woche und macht eine öffentliche Sprechstunde für die Bewohner. Bevor es zum Arzt geht werden die Vitalparameter (Blutdruck, Puls, Gewicht) erhoben...

> zum Vergrößern anklicken Unsere Dolmetscherin hat sich leider mit nur sehr wenig Elan für uns eingesetzt, um mehr über die Arbeit der Krankenschwestern erfahren zu können. Somit haben wir nur einmal in den Raum schauen dürfen. Angeblich liegt es an unserem derzeitigen Status, dass wir freiwillige Helfer sind und weil wir keine Schweigepflichtserklärung unterzeichnet haben. Wir sind nicht einmal dazu gekommen den genauen Tätigkeitsbereich der Krankenschwestern zu erfassen. Sehr schade, aber so müssen wir es akzeptieren. Über z.B. die Krankheiten und nötigen Medikamente, die unsere Bewohner des Bereiches B bekommen, wissen wir auch nicht Bescheid. Meistens werden die Verhaltensweisen der Bewohner auf die kognitive Situation geschoben „they have problems with mental health“. Diagnosen sind für die Pflege hier wahrscheinlich nicht so wichtig, wie in Deutschland. Die Kommunikation mit unserer Dolmetscherin klappt im Moment nicht so gut. Sie kann unsere Fragen häufig nicht nachvollziehen und wenn, dann bekommen wir nur Teilantworten oder gesagt, dass sie es auch nicht wissen. Und das liegt nicht an unseren Englischkenntnissen. Wir denken, dass sie es nicht versteht, warum wir soviel von den Krankenschwestern und der Tätigkeit sehen wollen oder uns mit den Bewohnern, die eine Demenz oder ähnliches haben, unterhalten wollen. Leider sehr schade. Somit machen wir uns unser eigenes Bild durch Zusehen und Interpretieren und verständigen uns mit den dementen Bewohnern über nonverbale Zeichen. Die Mentalität und das Gesundheitssystem sind hier schon sehr sehr anders.

> zum Vergrößern anklickenDas Gesundheitssystem in Thailand hat sich jedoch in den letzten Jahren zunehmend verbessert. Die Lebenserwartung ist gestiegen (Frauen ca. 76 / Männer ca. 71 Jahre) und die Geburtenrate ist unter Kontrolle. 95 % der Bevölkerung sind mit den wichtigsten Impfstoffen versorgt. Viele Erkrankungen kommen deshalb in Thailand nicht mehr vor. Das Gesundheitssystem wird vom Gesundheitsministerium gesteuert. Das Gesundheitswesen in Thailand teilt sich in zwei Sektoren auf (Schulmedizin vs. traditionelle Heilmethoden). Fast jeder Thai hat Anspruch und Zugang zum Gesundheitssystem, welches zu 65 % vom Staat finanziert wird. Das Pflegeheim „Thammapakorn“ ist komplett vom Staat und von Spenden finanziert. Die Bewohner sind meist verwitwet und bekommen keine Rente. Eine Pflegeversicherung wie in Deutschland, gibt es nicht.

Der Stand der medizinischen Versorgung ist inzwischen so gut, dass sogar ein Gesundheitstourismus entstanden ist. Reisende kommen aus rein medizinischen Gründen hier her, da viele Leistungen (z.B. Zahnersatz oder plastische Chirurgie) viel günstiger als in Deutschland sind.

> zum Vergrößern anklickenDas im Jahre 2001 eingeführte 30 – Baht – Versicherungsprogramm garantiert, vor allem Menschen der ärmeren Bevölkerung, eine medizinische Grundversorgung. Dass 30 Baht (ca. 77 Cent) monatlich für eine medizinische Versorgung nicht ausreichen, macht sich inzwischen bemerkbar. Der Grundgedanke, dass dich jeder eine Krankenversicherung leisten kann, ist zwar sehr gut, aber an der Umsetzung scheitert es. Krankenhäuser bleiben auf Millionenschulden sitzen und die Patienten häufen sich in den Notfallaufnahmen. Zudem gibt es private und staatliche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Die Standards der privaten Institutionen sind aber wesentlich höher. Private Kliniken oder Arztpraxen haben hier fast einen Hotelstandard und sind sehr luxuriös gestaltet. In den staatlichen Krankenhäusern wird sogar erwartet, dass sich die Angehörigen mit um die Patienten kümmern. Sie sollen für die Körperpflege und Ernährung der Patienten sorgen und möglichst auch über Nacht bei dem Patienten bleiben. Die Krankenschwestern dort übernehmen Tätigkeiten wie Medikamentengabe, Wundversorgung, Überwachung und Administration. Die Wartezeiten in den Notaufnahmen sind häufig sehr lang und die Qualität der Versorgung und Ausstattung ist unzureichend. Auch in Thailand gibt es einen Mangel an Pflegenden und Ärzten. Beide Berufsgruppen ziehen als Arbeitgeber lieber die privaten Häuser vor. Dort ist die Bezahlung besser. Auch Normalverdiener, dessen Krankenversicherung zum Teil vom Arbeitgeber bezahlt wird, müssen bei vielen Leistungen teuer zuzahlen. Viele Medikamente gibt es in den Apotheken günstig und rezeptfrei, die in Deutschland nur mit Rezept verkauft werden. Somit warten viele Menschen mit dem Gang zum Arzt, auch wenn es dann häufig zu spät ist. Für uns ein Versorgungssystem voller Kontraste, wer viel Geld hat, kann sich in Thailand sehr gut versorgen lassen. Theoretisch gibt es gutes ärztliches und pflegerisches Personal, private Kliniken sind sehr gut und zu westlichen Standards ausgestattet. Praktisch können sich aber viele eine adäquate Versorgung nicht leisten.

La Goon, Jana und Katja

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