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Tag 9

Diplomausbildung in der Schweiz (10. Sep. 2019)

Unter anderem haben wir einen Patienten bekommen der sich eine Brandverletzung in der Sauna zugezogen hat. Dieser wurde heute im Gesicht nach einer gründlichen Wäsche im Hydrobad mit einer Ananassäure behandelt - diese ist dazu da, geschädigte Haut abzulösen. Intakte Haut bleibt hingegen von der Säure unangetastet. Darüberhinaus haben wir 24 Std. Polizei Anwesenheit auf unserer Station, da wir einen Patienten aus einer Justizvollzugsanstalt bekommen haben.

Nachdem ich Euch gestern die zweite Stufe der Ausbildung an einer FH näher gebracht habe erfolgt heute die dritte Stufe.

Die Diplomausbildungen der Berufe im Gesundheitswesen gehören zur Höheren Berufsbildung (HF). Dieser kann praktischer weise wenn man im UCS angestellt ist, auch direkt hier erfolgen. Die Auszubildenden bleiben während der gesamten Dauer zur dipl. Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann am USZ angestellt. Die theoretische Ausbildung hingegen erfolgt an so genannten Bildungszentren wie z.B. das ZAG (Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen Kanton Zürich). Die Ausbildung findet jeweils im Wechsel ein halbes Jahr theoretisch am Bildungszentrum und ein halbes Jahr in der Berufspraxis am USZ statt. Die Studierenden können sich entscheiden ob der Ausbildungsschwerpunkt in der Erwachsenen Pflege oder in der Kinder/Jugendlichen und Frauen Pflege liegen soll. Zudem werden sämtliche Fachbereiche die einen interessieren abgedeckt. Die Ausbildung zur dauert drei Jahre. Mit dem Abschluss ist man verantwortlich für die selbstständige Ausführung des pflegerischen Prozesses, der in folgende Phasen gegliedert ist: Anamnese (was ist bisher passiert?), Diagnose (wie ist der Zustand jetzt?), Erstellung eines Pflegeplans, Durchführung der Pflegemassnahmen, Evaluierung der Pflegeleistungen (was haben die Maßnahmen gebracht?) und Anpassungen der geplanten Pflege. Zudem übernehmen Sie Fach- und Führungsverantwortung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen in der Pflege. Teamarbeit und Kommunikation spielen dabei eine bedeutende Rolle.

Hier in der Schweiz sind die Mitarbeiter die diesen Abschluss mit sich bringen sehr gesuchte Fachkräfte. Es steht ihnen offen, sich auf einem der Fachbereiche, wie zum Beispiel Intensiv- oder Anästhesiepflege, zu spezialisieren oder mit entsprechenden Weiterbildungen Fach-, Führungs- und Ausbildungsaufgaben zu übernehmen.

Im nächsten Blog erfahrt Ihr wie die Fachweiterbildung in der Intensivpflege ausschaut.

Bis dahin und Liebe Grüße aus Zürich

Jan-Niklas Schleef  

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