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So klein ist die Welt

20.08.2019 CH Thun

Hallo liebe Leute, 

heute hatte ich meinen zweiten Hospitationstag im schweizerischen Steffisburg. Direkt nach dem Aufstehen beeindruckte mich dieser wunderschöne Ausblick aus meinem ZImmerfenster, den ihr auf dem Foto sehen könnt. Welch ein schöner Start in den Morgen. Der Arbeitstag begann für mich um 7:45 mit einem gemeinsamen Frühstück mit den Bewohnern der Wohngruppen. Im Anschluss war ich mit einer Kollegin für kleinere pflegerische Unterstützungen, Betten machen und hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie das Ein-und Ausräumen der Spülmaschine oder ähnliches verantwortlich. Hier in der Schweiz gibt es keine Angestellten in der Hauswirtschaft sondern derartige Tätigkeiten werden von den Pflegepersonen, bzw. hier heißt es Fachperson für Gesundheit übernommen. Auch Tätigkeiten wie beispielsweise das Reinigen der Wohnungen inklusive Badezimmer gehören dazu. Interessant dabei war, dass ich herausgefunden habe, das was Schweizer unter Fegen verstehen bei uns Wischen heißt und andersherum. Wenn also meine Kollegin heute davon sprach sie wolle mal eben die Küche wischen, nahm sie den Besen und fegte die Küche. Da ich die Situationen anscheinend mit einem kritischen Blick beobachtete, wurde ich von einer Kollegin, die vor 13 Jahren aus Deutschland in die Schweiz gezogen ist, somit also auch Hochdeutsch spricht, über diese Besonderheit aufgeklärt. Im Gespräch mit ihr stellte sich heraus, dass sie zuvor im Kreis Minden/Lübecke, also gar nicht so weit weg von meiner Heimatstadt Brakel entfernt gewohnt hat. WIr konnten uns auf Hochdeutsch über verschiedene Städte in der Umgebung, unter anderem auch Bielefeld unterhalten, was mir ein Gefühl von Heimat hier in den fernen Bergen vermittelte. Wie klein diese Welt doch manchmal ist. Auch im weiteren Verlauf des Arbeitstages konnte sie mir immer wieder als Übersetzerin zur Seite stehen, falls ich mal einen Schweizer Ausdruck nicht kannte, was mir dabei geholfen hat, so langsam immer mehr aus Gesprächen auf Berndeutsch zu verstehen, auch wenn das momentan leider meist nur bruchstückhaft funktioniert. 

Am Nachmittag durfte ich noch an der Teamsitzung der Mitarbeiter der WG teilnehmen, welche extra wegen mir auf Hochdeutsch stattfand. Es haben sich alle Mitarbeiter wirklich viel Mühe gegeben, so zu sprechen, dass auch ich als Deutscher aus dem Flachland es verstehen konnte. Bei der einen oder anderen Kollegin sorgte diese Besonderheit für die ein oder andere Wortneuerfindung, was letztendlich aber zu der sehr lockeren und guten Stimmung beisteuerte. 

Nach Feierabend wurde hier im Pflegeheim noch ein brasilianischer Abend für alle Mitarbeiter veranstaltet an dem auch ich teilnehmen durfte. Es wurden typisch brasilianische Speisen und Getränke serviert, die einen Hauch von Exotik versprühten. Es war ein sehr leckerer Abschluss eines erkenntnisreichen Arbeitstages. 

Adé und bis Morgen,

 

 euer Dominik

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