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15.07.2019 Indien

Ein Vormittag im Krankenzimmer

Mein letztes Training der Hospitation ist vorbei und es war gut! Bei heißen 39 Grad draußen und 25 Grad Innentemperatur, dank einer Klimaanlage, war der Rahmen im Medienraum des Schulgeländes gegeben. Außerdem hatten wir die Präsentation bereits gebraucht und ich habe mir schon vorher überlegt, wie ich meine Themen besser erklären kann. Außerdem sind meine Anleiterin Simone und ich mittlerweile gut auf einander abgestimmt. Wir achten aufeinander, ergänzen uns und helfen uns gegenseitig aus. 

Außerdem habe ich heute einige Zeit mit der Schulkrankenschwester im „First Aid Room“ verbracht. Heute waren drei Patienten an dem Vormittag bei ihr. Normalerweise werden kranke Schüler nach Hause geschickt, ohne viel Kontakt zur Schulkrankenpflege. Ähnlich wie in Deutschland.

Den Kindern aus dem Internat der Schule hilft Nita, die Krankenschwester gerne weiter. Es ist interessant zu schauen, wie sie mit den Schülern spricht und auf ihre Bedürfnisse eingeht. Zum Glück gab es am Vormittag nichts dramatisches! Es wundert mich jedoch was in ihrem Material- und Medikamentenschrank alles zu finden ist. Natürlich das ein oder andere Mittel gegen Schmerzen oder Übelkeit. Aber auch einige Medikamente, die bei uns in Deutschland nicht frei verkäuflich, sondern verschreibungspflichtig sind. Darunter zum Beispiel starke Schmerzmittel oder Antibiotikum. Als Schulkrankenschwester, erklärt Nita mir, befragt und untersucht sie die Schüler des Internats. Dann schaut sie nach konkreten Symptomen, bestimmter Erkrankungen. Anschließend entscheidet sie sich, wie sie mit der Person weiter verfährt. Mal reicht es ein paar Tage auszuruhen, manchmal ein Schmerzmittel, oder eben ein Antibiotikum, wenn bestimmte Faktoren zutreffen. Nur in seltenen Fällen kommen die Kinder ins Krankenhaus der Stadt. Neu ist für mich, dass die Krankenpflege Diagnosen und Verordnungen in ihrem Aufgabenfeld hat. Natürlich kenne ich einige Pflegediagnosen aus meinem Studium, diese Aufgaben von Nita gehört jedoch in Deutschland eher zu den ärztlichen Kollegen.

  

Es ist spannend für mich all das zu hören, denn ich erinnere mich an meine Schulzeit, die in Deutschland in so vielen Bereichen anders war. Indien ist so anders als Deutschland! Aber jeder Punkt, den ich erkenne und verstehe, hilft mir, über meine eigene Kultur, meinen Hintergrund und meiner Prägung zu schauen. Es bereichert mich ganzheitlich, so viel Neues zu entdecken.

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