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18. / 19.08.2018 Tansania

Eindrücke, Klinikalltag und Klinikablauf der PflegerInnen und anderen MitarbeiterInnen (2)

Liebe Blog-LeserInnen,

> zum Vergrößern anklickenwenn beim Medikamentenstellen bestimmte Medikamente wie beispielsweise Promethazin (Neuroleptikum, bei Psychosen u.a.) nicht mehr vorrätig ist, dann gibt es diese einfach nicht - manchmal gibt es aber eine passende Alternative. Was nicht da ist, ist halt nicht da. Es kann dann aber passieren, ...

... dass die PatientInnen für einen längeren Zeitraum genau dieses Medikament nicht erhalten, auch das ist dann einfach so und die PatientInnen nehmen das gelassen hin.

Haldol (Neuroleptikum, bei akuter und chronischer schizophrener Syndrome, Erregungszuständen u.a.) und Carbamazepin (Antikonvulsivum) dürfen hingegen nie fehlen und ist stets reichlich vorhanden.

Die PflegerInnen arbeiten dem Arzt zu, dass heißt sie arbeiten Verordnungen aus, bereiten Aufnahmen und Entlassungen vor in dem sie die Unterlagen und Akten zusammen stellen. Sie sorgen dafür, dass bei Aufnahme und Entlassung die Medikamente entsprechend verteilt werden. Bei Entlassung (einige kommen immer wieder)bekommen die PatientInnen die Medikamente für einen Monat, genau abgezählt mit nach Hause. Danach ist ein Rezept vom weiterbehandelnden Arzt Vorort nötig und muss selbst bezahlt werden, es sei denn man hat eine Krankenversicherung.

Alles wird in einem Büro erledigt. Die Interviews finden in einem anderen Raum statt. Bei den Interviews, den Aufnahmen und Entlassungen sind keine Pflegekräfte anwesend.

Teatime ist ab 10 Uhr für alle, nicht nur für die PatientInnen, wobei sich die MitarbeiterInnen absprechen. Das Büro ist dann für eine halbe Stunde geschlossen.

Die PflegerInnen haben keine festgesetzten Zeiten für Patientenkontakte. Die Kontakte laufen meistens zwischendurch, da die PatientInnen jederzeit mit ihrem Anliegen ins Büro kommen können, wenn die Tür offen steht. Dadurch ist im Büro immer etwas los.

Ab und an wird der Medikamentenschrank aufgeräumt und aufgefüllt.

Foto: Medikamentenschrank

Fehlen Medikamente müssen diese aus dem „Drugstore“ geholt werden. Der „Drugstore“ befindet sich in einem abgeschlossenem Raum auf dem Gelände. Dorthin geht ein Arzt mit, da nur er den Schlüssel hat. Gemeinsam mit der PflegerIn werden die benötigten Medikamente , sofern sie denn vorrätig sind geholt. Jedes Medikament, dass für den Medikamentenschrank im Büro benötigt wird, wird auf einer Liste notiert und unterzeichnet. In dem Zusammenhang werden fehlende Medikamente aufgeschrieben und entsprechend zur Bestellung gegeben.

Foto: Der „Drugstore“

Ich habe das System im „Drugstore“ nicht verstanden, aber der Kollege wusste es und das war ja die Hauptsache. Auf jedem Fall kletterte er die Leiter immer wieder hoch und runter, bei der Suche nach den richtigen Medikamenten. Da kann es schon mal passieren, dass man leere Medikamentenschachtel findet ;).

Zu den Aufgaben der PflegerInnen gehört auch bestimmte Räume zu reinigen oder Reinigungs- und Waschmittel und Seife für die PatientInnen im Lager zu besorgen. Beim tragen  sind die PatientInnen gerne behilflich und immer dabei.

So ergeben sich im Laufe des Tages Kontakte zu den PatientInnen und sei es, dass sie sich im kleinem Garten einfach zu ihnen setzen und ein Plausch halten.

Ein besonderes Meeting ist das Team Meeting, das regelmäßig ungefähr alle zwei Wochen stattfindet. Hierbei nimmt jeweils ein VertreterIn aller Berufsgruppen einschließlich der Dispensary teil. Für die pflegerische Berufsgruppe ist es der Nurse Officer.  Das Meeting wird vom Clinical Secretary protokolliert und die Anwesenden müssen ihre Teilnahme mit Berufsbezeichnung und Bereich unterschreiben. Besprochen werden Neuigkeiten im allgemeinen die für das Hospital relevant sind, Veränderungen und Besonderheiten einzelner PatientInnen auch bezogen auf das Arbeiten in den Werkstätten, Aufnahmen und Entlassungen.

Wie schon gesagt habe ich nach Möglichkeit in allen Bereichen „mitgearbeitet“, vor allem da es doch ab und an Leerläufe im pflegerischem Ablauf für mich gab. Also war ich an ein paar Interviews und Aufnahmen dabei. In den Interviews ist der Sozialarbeiter dabei, um mögliche Entlassungen auf dem Weg zu bringen, er ist dann dafür zuständig die Angehörigen zu informieren in allen Gesprächen kommt immer erst der Patient zu Wort, um so einen Eindruck über seinen Zustand zu bekommen, ebenso bei Aufnahmen. Erst dann können die Angehörigen ergänzen und Fremdwahrnehmungen mitteilen.

Übrigens finden alle Gespräche auf Kiswahili statt, werden aber in englisch dokumentiert, so konnte ich nachlesen. Einige PatientInnen sprechen aber auch englisch. Mit der Zeit konnte ich durch Mimik, Gestik, ein paar Brocken Kiswahili und Verhalten des Patienten einiges ableiten.

Ein spannender Bereich ist auch die Dispensary. Dort arbeiten zwei Krankenschwestern und eine Pflegeassistentin. Diese und ein Arzt sind für den ganzen Bereich der Dispensary verantwortlich. Der Arbeitsbereich ist abwechslungsreich, da sie verschiedene Tätigkeiten ausführen. Versorgung von akuten Erkrankungen, von Schwangeren und Kindern, Geburtshilfe und vieles mehr. Es war immer etwas los, da die Dispensary erste Anlaufstelle für viele aus der Umgebung und den umliegenden Dörfern ist.

> zum Vergrößern anklickenSomit gab es viel zu tun und zu lernen, mit wenigen Mitteln und Möglichkeiten auszukommen und dennoch etwas bewerkstelligen zu können.

 

Meinen Respekt an all diejenigen die im Lutindi Mental Hospital leben und arbeiten.
Chapeau, Hut ab!

 

Diese Post ist mein vorletzter Eintrag im Blog. Mein Resümee folgt, wenn ich wieder in Deutschland gelandet bin.

Herzlichst Nerissa

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