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27.07.2018 Thailand

Proud to be a nurse - eine Hommage an die Pflege

> zum Vergrößern anklickenHallo liebe Blog – Leser,

heute hatten wir bereits unseren letzten Arbeitstag im „Thammapakorn“. Zum Abschied haben wir Kuchen, Kekse und einige Pflegeartikel und Geschenke ausgegeben. Es war eine sehr bereichernde Zeit und wir konnten viele Eindrücke gewinnen. Sobald wir wieder zu Hause sind, schreiben wir noch ein ausführlicheres Resümee der letzten drei Wochen.

Durch unsere Freiwilligenarbeit im thailändischen Pflegeheim ist uns nochmal bewusst geworden, wie unterschiedlich die Aufgabenbereiche der Pflegenden in den verschiedenen Ländern sind. Wir haben hier zum Beispiel nur zwei mal eine Krankenschwester zu Gesicht bekommen - und das nur im Notfall. Die eigentliche Pflege und Fürsorge erledigen die Pflegeassistentinnen. Es wurde jeden Tag ein Körbchen mit den Medikamenten gebracht, die die Krankenschwester gestellt hat. Weitere routinemäßige Fürsorge gab es nicht. Die Krankenschwestern kennen somit nicht die Menschen über die sie die Pflegeberichte schreiben und kontrollieren nicht, ob die Tabletten noch nötig sind oder gut vertragen werden. Die Pflegeassistentin weiß aber nicht, wofür die Tabletten sind und welche Krankengeschichte der Bewohner hat. Für uns sind das zwei Aufgabenbereiche, die nicht getrennt werden können!

> zum Vergrößern anklickenWir haben hier auch eine Irin kennen gelernt, die einige Jahre als Pflegeassistentin in einem Pflegeheim gearbeitet hat. Sie hat uns ein bisschen was über ihre Erfahrungen erzählt. In Irland ist die Untergliederung der Pflegenden ähnlich wie in Thailand. Die Pflegehilfskräfte (6 Monate Ausbildung) erledigen alle pflegerischen Tätigkeiten und sind für bis zu 30 Patienten alleine verantwortlich. In den meisten Ländern ist das Krankenpflegepersonal in zwei Gruppen aufgeteilt - in Deutschland ist dies (noch) nicht so.
Es gibt Krankenpfleger/innen mit Bachelor- oder Masterabschluss. Ihre Aufgaben sind sehr medizinisch orientiert. Sie kennen sich gut mit der Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Krankheitslehre, Medikamentenlehre, Wundversorgung, Therapien, Beratung, Administration und Pflegeplanung usw. aus. Sie haben aber mit der direkten Pflege des Patienten am Bett nichts zu tun (Körperpflege, Essen reichen, Betreuung, Fürsorge, Angehörigenbetreuung...).

> zum Vergrößern anklickenDie Pflegeassistentinnen hier in Thailand haben 2 Jahre gelernt. Die Krankenschwestern haben ein 5 jähriges Studium absolviert und sind (was wir hier bemerkt haben) sehr hoch angesehen. Wer in Deutschland noch ein Studium macht, qualifiziert sich, so wie wir z.B. in Pflegewissenschaften, weiter. Die Studiengänge Pflegepädagogik oder Pflegemanagement sind ebenfalls in Deutschland sehr beliebt. Die beruflichen Tätigkeiten, die man mit einem abgeschlossenen Pflegestudium in Deutschland machen kann, variieren sehr und es gibt viele Möglichkeiten, je nach Arbeitgeber oder Selbstengagement. Ein abgeschlossenes Pflegestudium in Deutschland muss aber mit Sicherheit nicht heißen, dass man nicht mehr im direkten Patientenkontakt in der täglichen Pflege steht. In Deutschland übernimmt examiniertes Pflegepersonal beide Aufgabenbereiche. Ein normaler Arbeitstag besteht für uns aus weit mehr, als der Tag einer studierten Pflegenden in vielen anderen Ländern. In unserer Ausbildung lernen wir einerseits viel naturwissenschaftliches Wissen wie Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre aber genauso wird uns auch viel pflegerisches Wissen gelehrt. Wir lernen vieles über die Besonderheiten der Körperpflege und die richtige Ernährung, sowie Essen anreichen oder der Gang zur Toilette. Wir helfen den Menschen, wenn sie es für sich selbst nicht mehr können - das ist unser Privileg und unser pflegerisches Verständnis. Wir bauen eine vertrauensvolle Beziehung auf und führen wichtige Gespräche, hören zwischen den Zeilen oder Schweigen manchmal auch nur, wenn wir es in der Situation wichtig ist. Wir erkennen Sorgen und Nöte manchmal nur über die Körpersprache und verständigen uns auch ohne Worte. All das macht unseren Beruf aus. Deswegen waren wir über die Krankenschwestern hier in Thailand auch sehr verwundert. Auch wenn es ein Pflegeheim war, in dem wir gearbeitet haben, wurde uns gesagt, dass es in dem Krankenhaus auch so eine Zerteilung der pflegerischen Tätigkeiten gibt.
> zum Vergrößern anklickenAll diese Aufgaben, die wir in Deutschland als Krankenpflegende machen, kann man unserer Meinung nach, nicht mit so einer kurzen Ausbildung machen. Natürlich ist auch Erfahrungswissen sehr wichtig und viele Pflegeassistenten und Helfer erlangen dieses auch im Arbeitsalltag aber eine strikte Trennung zwischen den Aufgabengebieten zwischen Helfer und akademisierten Personal kommt für uns nicht in Frage. In Deutschland gibt es auch eine Pflegehelferausbildung (1 Jahr). Diese Helfer unterstützen die examinierten Pflegenden sehr gut bei der täglichen Arbeit.
> zum Vergrößern anklickenFür uns steht jedoch fest, dass wir, auch mit einem Studium, nicht so separiert arbeiten möchten. Auch wenn die Akademisierung der Pflege in Deutschland noch keine lange Geschichte hat, sind examinierte Pflegende sehr gut ausgebildet. Der Ausbildungsinhalt der 3 Jahre ist elementar für diesen Beruf. Die Probleme, die es in Deutschland gibt, liegen nicht rein an der schlechten Verbreitung der Akademisierung. Zwar gibt es so viele Möglichkeiten sich weiterzubilden, dennoch steigen viele früh aus dem Beruf wieder aus und sehen keine Zukunft in einem Pflegeberuf. Die Rahmenbedingungen des Jobs haben ihre Schwierigkeiten, aber die gibt es auch in vielen anderen Berufen. Der Pflegeberuf ist in Deutschland sehr vielfältig und je nach Tätigkeitsbereich variieren die Aufgaben sehr. Eine Anstellung zu finden ist so gut wie garantiert. Da diesen Beruf traditionell viele Frauen ausüben, ist auch ein Einstieg nach einer Schwangerschaftspause gut möglich. In vielen europäischen oder südamerikanischen Ländern sind studierte Krankenpfleger/innen arbeitslos. Auf eine freie Stelle bewerben sich Hunderte. Hingegen ist die Personalnot in Deutschland an Pflegenden inzwischen so groß, dass Prämien gezahlt werden bzw. arbeitsloses Personal aus dem Ausland angeworben wird.

> zum Vergrößern anklickenDas Pflegestudium in Deutschland ist sehr vielfältig. Dort lernen wir viele weitere Aspekte und Bereiche der Pflege von Menschen. Die Tätigkeiten werden hinterfragt und wir lernen, wie der Effekt von pflegerischer Arbeit z.B. Lagerung, Wundversorgung, Essen und Trinken wissenschaftlich bewiesen werden kann. Das Studium ermöglicht einem, „über den Tellerrand hinaus zu schauen“. Berufspolitische Themen, Pflege im Ausland, das Erleben von Krankheit, theoretischen Grundlagen des pflegerischen Handelns und vieles mehr zu erfahren und selbst erheben zu können.

Wir haben mit unserem Praktikum auf jeden Fall einen Blick „über den Tellerrand“ werfen können und sehen unseren Beruf in Deutschland nun mit anderen Augen. Wir sind stolz darauf so pflegen zu können, wie wir es in Deutschland können - trotz den hier herrschenden Schwierigkeiten und Problemen. Dafür lernen wir jeden Tag neue Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten und Lebenslagen kennen und unterstützen sie bei der Bewältigung.
Abschließend sei noch gesagt, dass es nicht ein Studium oder eine andere Pflegeausbildung ist, die die Fürsorge und Empathie für einen Menschen ausmacht.

Mit diesen sehr persönlichen Worten verabschieden wir uns für den heutigen Tag.

Morgen bricht unser letztes Wochenende hier in Thailand an, wo es nochmal auf Tour geht. Dazu berichten wir dann wieder am Sonntag.

La Goon, Jana und Katja

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