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19.07.2018

19. Tag - Wertvolle Erkenntnisse über Buurtzorg

< zurückJa, jetzt möchte ich in meinem letzten Post meine Erkenntnisse zusammenfassen. Zum einen ist die Frage, haben sich die Fragen beantwortet, die ich ursprünglich bei Buurtzorg herausfinden wollte?

Hierzu gehörte:

  • Netzwerkstrukturen kennen lernen
  • Ist Buurtzorg ein Modell, dass hält was es verspricht
  • Ehrenamtskultur kennenlernen
  • Palliative Strukturen/Umgang mit Sterben
  • Allgemein über das Pflegesystem in Holland mehr erfahren

Ich muss sagen, dass ich die Fragen "Wie verhält sich die Ehrenamtsstruktur in den Niederlanden" und die Netzwerkstrukturen" nicht in dem Maße beantwortet bekommen habe, wie ich es mir vorab vorgestellt habe. Auch über palliative Strukturen und Umgang mit dem Sterben hab ich wenig herausgefunden haben.

Warum? Es war letztendlich zu viel sich damit auch noch ausreichend zu beschäftigen.

So lag der Fokus wirklich auf Buurtzorg und dass es so war, finde ich im Endeffekt absolut richtig. Dank Juliane und ihren Kolleginnen und Kollegen habe ich zumindest subjektiv den Eindruck, als wenn ich den innovativen Pflegedienst Buurtzorg mit seiner Philosophie verstanden habe. In diesem Fall ist mein Resümee: Lieber eine Sache richtig, als mehrere Dinge halbgar. Unterm Strich wurden meine Erwartungen übertroffen.

Aber jetzt zum eigentlichen. Buurtzorg ist in meinen Augen ein Modell, was hält was es verspricht. Ich habe in Deutschland mit noch niemandem gesprochen, der, wenn es um seinen Arbeitsplatz in der Pflege geht, so viel Motivation, Enthusiasmus und Freude ausstrahlt. Sicher gibt es auch Probleme, schließlich habe ich ja nur mit ein paar Leuten gesprochen. Aber das es hin und wieder auch Probleme gibt, leugnen sie ja auch nicht. Dennoch haben sie Strategien entwickelt, bzw. nutzen das Mittel der „selbstregulierenden Teams“ für sich, um mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern und auch beim „Endkunden“ zu erreichen. Weil dieses Konzept aufging, haben sie eine Produktivität als Non-Profit Unternehmen, dass sie wettbewerbsfähig hält und sogar die Krankenkassen veranlasst, da es Einsparungen im Gesundheitssystem erwirkt, andere ambulante Pflegedienste zu motivieren dieses Konzept zu übernehmen.

Aber: Das Mittel der „selbstregulierenden Teams“ und das ist mir ganz klar geworden, ist nicht etwas, dass man halbherzig umsetzen kann, sondern es braucht eine Einstellungsveränderung.

Der Geschäftsführer braucht unbändiges Vertrauen und muss Kontrolle abgeben, frühere Leitungskräfte müssen jetzt auf Augenhöhe arbeiten, denn es gibt in den Teams keine Hierarchie mehr. Mitarbeiter, die sonst nach Vorschrift gearbeitet haben, müssen lernen verantwortlich und selbstständig zu arbeiten und vieles mehr. Das alles ist durchzogen von lösungsorientiertem Arbeiten/Kommunikation und Freundlichkeit. Tja, schon eine Menge, aber es scheint sich zu lohnen. Es benötigt eine innere geistige Haltung zu dieser Arbeitsweise.

Das digitale System ist ein außerdem ein wichtiger Kernpunkt. Über dieses System läuft sehr viel, z.B. die Kommunikation in den Teams und mit gesamt Buurtzorg in den Niederlanden. Weiterhin wird die Pflege abgebildet, Dienstplangestaltung, Routenplanungen, Abrechnungen, Produktivität wird angezeigt, Abbildung des Klienten, das eingebundene Netzwerk u.s.w.

Was bedeutet das für Deutschland? Die ersten haben sich auf den Weg gemacht, dieses Konzept für Deutschland umzusetzen. Die Niederlande hatten und haben genau die Probleme, die wir auch haben. Also, von daher schon mal keine absolut ungleichen Verhältnisse. Ich glaube wir brauchen Veränderung, Innovation, um auch unseren Pflegmarkt wieder attraktiver zu machen. Wenn so ein Konzept zu solch einer Zufriedenheit führt, wie in den Niederlanden... Warum nicht? Weiterhin denke ich, wir können noch lange warten, bis die Politik mit solchen Ideen kommt. Nein, dass müssen wir selbst in die Hand nehmen. Emsdetten verhandelt bereits mit den Krankenkassen.  Der Vorteil in diesem Fall, dass eine Einsparung durch Buurtzorg bei den Krankenkassen in den Niederlanden nachweislich ist.

Ich denke man merkt, das ich überzeugt bin. Natürlich ist das Modell nicht für jeden etwas, aber muss ja auch nicht. Es ist außerdem immer wichtig, dass es auch Kritiker gibt. Denn Kritik ist ja nicht zwangsläufig immer schlecht oder falsch und kann auch förderlich sein.

Buurtzorg hat keine Haushaltshilfen. Es gibt Haushaltshilfen von Buurtzorg, die konnten sich jedoch in Akkrum nicht etablieren. Haushaltshilfe ist bei uns sehr gefragt. Das ist vielleicht ein Nachteil. Doch da gibt es sicher auch Lösungen.

Nun ja, das Pflegesystem in den Niederlanden, ist für mich ehrlicherweise in seiner Gänze noch nicht ganz erblickt. Daher ist es eigentlich unmöglich für mich hier ein Statement abzugeben, ob es im Vergleich zu unserem System in Deutschland besser oder schlechter ist. Wenn ich gefragt habe, konnte ich gefühlt nur Bruchstücke erfahren, wie es hier funktioniert. Dafür brauche ich glaube nochmal zwei Wochen und müsste mich nur darauf konzentrieren. Pflegegrade wurden hier abgeschafft. Der Hausarzt hat die Fäden in der Hand, was ein Vorteil sein kann, insofern der Hausarzt auch gewissenhaft und fachlich qualitativ ist. Ich denke es zeigt sich auch erst in den nächsten Jahrzehnten, ob sich dieses System bewähren wird.

Insgesamt habe ich viel gelernt und wirklich neue Erkenntnisse gewonnen, wie ich es mir gewünscht habe. Ich hoffe sehr, dass ich diese Erkenntnisse für mein Studium und als absoluten Bonus auch in meinem Berufsleben noch nutzen kann.

Ich hoffe weiterhin, ich konnte Euch Buurtzorg ebenfalls nähe bringen und Euch vielleicht sogar etwas von der positiven Energie, die ich hier erlebt habe, deutlich machen. Bei Fragen stehe ich gerne zu Verfügung. Und wenn ich es nicht weiß, der Kontakt zu den Niederlanden und Buurtzorg Emsdetten wird hoffentlich bestehen bleiben.

In diesem Sinne auch ein herzliches Danke schön vor allem an Juliane und meinen Ehemann Felix, aber auch an alle weiteren, die mir Rede und Antwort gestanden haben.

Das war es also,

liebe Grüße,

Eure Melanie Rautert

PS.:  Es gibt dazu auch einen aktuellen Beitrag der ARD-Sendung FAKT: Erfolgreiches niederländisches Pflege-Modell

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