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Das Stipendium für die Hospitation wurde ermöglicht durch die Robert-Bosch-Stiftung 'g-plus'.

23.05.2013 - Tag 23

Resümee der Hospitation - Teil 1 - Boston


Viele Menschen verlassen in der Mittagszeit ihre Büros, kaufen sich Sandwiches oder ähnliches und genießen ihre Pause in einem Park um die Ecke. Ein Highlight ist meiner Meinung nach natürlich der Public Garden, den ich ja auch in meinem Blog gelegentlich erwähnt habe, da ich mich wirklich häufig zum Lesen und Vorbereiten in den Park gesetzt habe. Am Wochenende sind hier viele Familien mit ihren Kindern, Jogger, Herrchen und Frauchen mit Hunden oder Jugendliche, die zusammen Sport oder Musik machen (vor allem Beatboxen). Heute war ich im Arnold Arboretum, einem Park, der mir gestern vom Transformation Center empfohlen wurde, und er stellte sich als weiteres Highlight heraus. Sie planen im September dort einen große Wandertour zu machen. Schön ist natürlich auch der Hafen und der Charles River.

Der Stadtkern in Downtown ist natürlich wie auch die meisten größeren deutschen Stadtkerne von Einkaufsstraßen dominiert und es gibt auch die ein oder andere Shoppingmall, die auch genutzt habe. Aber wenn man diese Zentren mal verlässt gibt es total urige kleine Läden, Buchshops und nette Second-Hand-Läden. Die Charles-Street ist beispielsweise eine der ältesten Straßen Amerikas und die Stadt Boston legt großen Wert darauf, dass sie nicht zu kommerziell wird. Hier gibt es noch alte Antiquitätenläden, kleine Boutiquen, nette Cafés und das älteste Postamt der Stadt, dass auch noch als solches genutzt wird. Die Straße bräuchte eigentlich dringend einen Supermarkt habe ich mir sagen lassen, aber die Stadt Boston verhindert das. Am Ende sind übrigens der Public Garden und die Cheers-Kneipe, in der die damalige Serie gedreht wurde. Apropos: Boston hat sehr viele urige Kneipen und Irsh Pubs, aber alleine wollte ich da dann auch nicht rein gehen. :(

Besonders gefallen haben mir die Menschen hier. Mir als gebürtiger Westfälin kamen mir alle freundlich und hilfsbereit vor. Der Kioskbesitzer um die Ecke hat mir angeboten mir zu helfen, wenn ich was brauch und als ich mal einen Tag nicht da war, hat mich am nächsten Tag direkt angesprochen, dass es sich schon Sorgen gemacht hätte. Wenn ich in meinen Stadtplan geguckt habe, kam sofort jemand und hat mir seine Hilfe angeboten. Vielleicht sah ich aber auch immer so hilflos und verzweifelt aus?! Boston scheint zudem sehr tier- und kinderfreundlich zu sein. In der U-Bahn streiten sich die Menschen geradezu darum wer seinen Platz abgeben darf, wenn ein älterer Mensch, eine schwangere Frau oder jemand mit einer Gehbehinderung oder ähnlichem eingestiegen ist. Sehr gut erzogen! Die Amerikaner haben ja überall wo ich bisher war diese oberflächliche Begrüßungsfloskel in der sie fragen „Hi, how you´re doing?“ oder „How is it going?“. Immer wenn man ein Geschäft betritt oder ein Restaurant oder an die Kasse im Supermarkt kommt diese Frage. In meinen vorherigen zwei Urlauben in den USA ging mir das immer ziemlich auf den Keks, weil es so inhaltlos und nicht ernstgemeint ist. Aber wir Deutschen fragen ja auch häufig unsere Bekannten, die wir auf der Straße treffen wie es ihnen geht und wollen eigentlich nichts anderes hören als „Gut“. Hab schon überlegt, ob ich an der Supermarktkasse einfach mal sage: „Och heute geht’s mir nicht gut. Hab schlecht geschlafen und das Wetter ist ja auch nicht so gut. Ist ganz schön kalt!“ und dann mal auf die Reaktion warte, aber ich habs dann doch gelassen. Habe herausgefunden, dass das Beste ist um es zu ertragen einfach mitzumachen und sich vorzustellen, dass es ernst gemeint ist. Allgemein scheinen die meisten hier recht offen zu sein und man kommt sehr leicht mit den Menschen ins Gespräch. Naja, ich quatsch ja auch alle einfach an und bin neugierig. ;) Ich muss auch noch mal eine Nurse auf der Straße ansprechen und sie fragen weshalb so viele mit ihrer Dienstkleidung auf der Straße zu sehen sind. Allgemein scheinen die Menschen toleranter zu sein und nicht jeder der sich in den Straßen oder in der U-Bahn anders verhält oder mit sich selbst spricht (ohne Headset im Ohr) wird angeglotzt oder ausgelacht. Allerdings weiß ich nicht wo die Grenze zwischen Toleranz und Ignoranz hier verläuft. Mir selbst sind schon ein paar Vorurteile, die ich so mit mir rumtrage bewusst geworden. Ich gewähre Euch mal einen schambesetzten Einblick: Komischerweise habe ich meine Tasche immer etwas fester gehalten, wenn ich alleine durch die Straßen ging und mir ein dunkelhäutiger Mensch entgegen kam, als wenn mir ein hellhäutiger Mensch entgegen kam. Nach ein paar Tagen ist mir das erst richtig bewusst geworden und ich konnte es dann abstellen, weil es Quatsch ist. Also, wenn ich in den letzten Wochen mal was über Vorurteile und Stigma berichtet habe, wisst ihr nun, dass ich auch keine ganz weiße Weste habe und mich davon nicht frei sprechen kann. Ist wahrscheinlich menschlich Vorurteile zu haben. ;)

Was ich nicht vermissen werde ist das Essen. So langsam habe ich raus wo ich hin gehen kann und wo nicht, aber ich freue mich so auf deutsches Vollkornbrot. Und nach fast vier Wochen kann ich auch keine Restaurants mehr sehen und freue mich auf was selbst Gekochtes oder ein einfaches Brot mit Käse auf dem heimischen Sofa. Wart ihr schon mal mehrere Tage hinter einander alleine Essen? Hier in den USA ist es ja meistens so, dass am Eingang ein Mitarbeiter steht und einem den Platz zuweist. Wenn ich dann frage, ob sie einen Tisch für eine Person haben, kommt immer die Frage „Für wie viele????“ und ich muss nochmal wieder holen: „Nur für eine Person. Ich bin alleine.“ Oftmals gibt es dann einen mitleidigen Blick und ist es dann ein Tisch in einer abgelegenen Ecke. Das ist echt deprimierend. :( Und alleine schmeckt es auch nicht. Daher freue mich kulinarisch und gesellschaftlich wieder auf Deutschland – also auf Euch. :)

Alles in allem ist Boston eine Reise wert und wenn ich in den nächsten Tagen noch im Lotto gewinnen sollte, kaufe ich mir hier eine Eigentums-Penthouse-Wohnung am Public Garden für 1 Million US-Dollar und komme nicht mehr wieder. ;) Morgen berichte ich Euch dann was ich für mich persönlich an Eindrücken und Erfahrungen mitnehmen konnte.

Eure Regine

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