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16.05.2013 - Tag 16

Recovery Education Center Teil 3


Die Studenten, die bereits vor dieser Trainerschulung den Studentenkurs in Photovoice belegt haben, schilderten, dass es ihnen Zuversicht und Hoffnung vermittelt hat und ihr Empowerment gesteigert hat. Die Bilder, die in den Kursen entstehen werden ausgestellt und teilweise publiziert und sollen dazu dienen die Meinung der Bevölkerung über psychische Erkrankungen zu transformieren und Vorurteile abzubauen. Zuerst haben die Studenten ihre Hausaufgaben vom gestrigen Treffen, bei dem ich leider nicht dabei sein konnte, besprochen. Sie sollten notieren, was Stigma, Diskriminierung und Vorurteile für sie bedeuten. Das war sehr spannend wie vielfältig die Antworten waren. Ein Teilnehmer sagte (womit er leider oftmals recht hat), dass ihm einige der stigmatisierenden Erfahrungen in seinem Leben im psychiatrischen System von professionellen Helfern begegnet sind. Anschließend an diese Hausaufgabenbesprechung stellte eine der Forscherinnen des CPR die Studien zum Thema Stigma vor und erklärte, dass das Ziel der „Photovoice“-Kurse ist, dass die Menschen, die Stigmatisierung erfahren ein besseres Schutzschild aufbauen, um die gesellschaftliche Stigmatisierung nicht so sehr an sich heran zu lassen, zu erfahren, zu internalisieren oder zu antizipieren. Des Weiteren sollen durch die Fotos Glaube, Haltung und Verhalten der Gesellschaft verändert werden. Ein sehr interessanter Kurs.

In der Mittagszeit wollte ich dann eigentlich an der „Peer Support Group“ teilnehmen, da es mir von der Leitung des Education Centers angeboten wurde. Ich wollte gerade in den Raum eintreten und die Teilnehmer, die bereits da waren fragen, ob es für sie in Ordnung ist, wenn ich teilnehme, da kam bereits die Frage: „Are you a peer?“. Ich musste dann verneinen und nicht teilnehmen und kann natürlich vollkommen verstehen, wenn die Studenten ihre Zeit nutzen wollen um eben OHNE, ich nenne es mal Außenstehende miteinander zu sprechen und sich auszutauschen. Stattdessen bin ich dann doch mit den anderen Praktikantinnen Mittagessen gegangen. Da der nächste Kurs erst 1 ½ Stunden später begann, hat eine der Praktikantinnen, die an der BU Ergotherapie studiert mir den Campus der University of Boston gezeigt, der direkt am schönen Charles River liegt.

Anschließend stand dass „Wellness und Recovery“ auf dem Plan und es wurden anhand eines Manuals Strategien erarbeitet, wie man seinen Recoveryprozess angehen kann. Schön fand ich das Zitat auf dem Titel, das auch zum Thema vom Morgen passte:

„Always remember  
that you are a person first and foremost.
A mental health label does not define you.
You are not ´depression`or ´schizophrenia`or ´bipolar`.
You are a person. A person with cancer
does not call himself or herself ´cancer`.
So why should you limit yourself to a label?”

David Kime, artist, writer, floral designer, person in recovery from bipolar disorder.

Auf Flipcharts sollten die Studenten zunächst aufschreiben was Recovery für sie bedeutet. Es kamen folgende Begriffe heraus: Hoffnung, innere Freude, weniger Medikamente, nicht mehr ins Krankenhaus müssen, Vitalität, Freude, Inspiration, Vollkommenheit, in Frieden sein, Vertrauen, Selbstvertrauen, sich besser fühlen, weniger Therapie, ein bedeutungsvolles Leben und Stabilität. Anschließend machten sie eine Übung, in der sie beschreiben sollen was ihnen in ihrem Recoveryprozess hilft. Es waren neun Strategien als Kategorien vorgegeben und es kamen anschließend sehr lebensnahe Dinge heraus, wie sich einen Plan zu machen, eine motivierende Person zur Seite zu haben, Selbsthilfegruppen zu belegen, Musik zu hören während man aktiv ist und vieles mehr. Nach der Stunde hatte ich die Möglichkeit mich noch etwas mit der Leiterin zu unterhalten und sie erklärte mir wie die weiteren der insgesamt 26 Treffen ungefähr ablaufen. Beim nächsten Treffen sollen die Studenten überlegen welche Ziele sie anstreben und dann wird kleinschrittig mit ihnen erarbeitet, wie sie die Ziele verwirklichen können. Was ich hier an allen Kursen gut finde ist, dass ein Peer Supporter nach jedem Kurs die Teilnehmer anruft und fragt wie es ihnen nach dem Kurs geht und ob sie mit den Hausaufgaben zurechtkommen oder ob sie etwas beschäftigt nach dem Kurs. Es sind immer sehr lebhafte Kurse und jeder beteiligt sich. Es ist eine freiwillige Basis. Sollte sich ein Student dafür entscheiden, dass der Kurs nicht das richtige oder zu belastend ist, kann er die Klasse verlassen und einen anderen Kurs belegen, sofern Plätze frei sind.

Dann waren die Kurse für heute vorbei und ich durfte shoppen gehen. Aber nicht etwa in einer Shoppingmall, sondern im Archiv des Zentrums für Psychiatrische Rehabilitation. Ich hatte eine Bibliothekarin ganz für mich alleine, die mir alle Bücher über Recovery vorgestellt hat und gern im Anschluss meine Kreditkarte entgegengenommen hat. ;) Ich habe dann die Studiengebühren, die ich in diesem Monat nicht zahlen musste, in Bücher umgesetzt, die jetzt bereits auf dem Weg nach „Good old Germany“ sind.  Das gute war, dass es wie in einer Shoppingmall Rabatte gab und ich immer nur eins bezahlen musste, wenn ich beide Bände genommen habe oder die DVD umsonst bekommen habe, wenn ich das Arbeitsbuch gekauft habe. Da kamen die $-Zeichen in meine Augen. :)

Noch ein paar Ergänzungen:

Während des Telefonats mit meinen Kommilitonen am letzten Freitag fragte jemand, ob es hier in den Gefängnissen, und damit meine ich jetzt ausnahmsweise mal nicht die psychiatrische Klinik, die ich gesehen habe, auch psychiatrische Behandlung gibt. Ich kann die Frage immer noch nicht ganz beantworten, aber ich der Photovoice-Klasse wurde heute Morgen folgender Artikel verteilt: http://www.nytimes.com/2012/02/19/health/in-chicago-mental-health-patients-have-no-place-to-go.html?pagewanted=all&_r=0. Könnte zu dem Thema interessant sein.

Ich bin übrigens noch eine angekündigte Info schuldig. Beim Thema Top Ten der Einwände gegenüber Recovery hatte ich versprochen noch etwas über die Langzeitstudien zu berichten, die belegen, dass Menschen von psychischen Erkrankungen genesen können. Dazu folgender Link: http://www.power2u.org/evidence.html.

Gestern habe ich auch noch eine gute Nachricht erhalten. Mein Einsatz beim Transformation Center drohte ins Wasser zu fallen. Eigentlich war schon vor meinem Abflug klar, dass ich dort hospitieren kann. Als ich dann hier ankam, war niemand mehr zu erreichen. Auch das CPR hat es dann noch mehrmals versucht, hat aber nicht die Leitung erreicht mit der ich alles besprochen habe. Ich hatte mich also schon fast darauf eingestellt, dass ich diese Einrichtung, von der ich soviel gutes gehört habe, nicht mehr zu sehen bekomme. Am Dienstagabend habe ich dann noch einen letzten Versuch gestartet und sie angemailt und habe dann gestern erfahren, dass es mir wenigstens einen Tag lang möglich sein wird mich mit Ihnen über ihre Arbeit zu unterhalten. Das freut mich sehr und ich werde nächste Woche berichten. Morgen führt mich mein Weg ein letztes Mal zum Recovery Education Center und ich werde nochmal Sport treiben und an einer peergeleiteten Walking Gruppe teilnehmen.

Da jetzt endlich mal wieder die Sonne scheint, werde ich meinen Feierabend jetzt noch etwas draußen genießen und vielleicht was trinken gehen. Übrigens: Was in Massachusetts nicht geht ist, sich im Supermarkt eine Flasche Bier oder andere alkoholische Getränke zu kaufen. Das geht nur in speziellen Geschäften. Wahrscheinlich aus Jugendschutzgründen oder zur Suchtprävention. In anderen Staaten ist dies aber nicht so, habe ich mir sagen lassen.

Eure Regine

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