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13.05.2013 - Tag 13

Recoveryarbeitsbuch


Nachdem ich mich und meine Tätigkeit in Deutschland kurz darstellen sollte, berichtete sie mir über die Arbeit des REC. Es besteht seit 1997 und sie ist seit Beginn dabei. Das REC bietet allen Interessierten, die mit einer psychischen Erkrankung diagnostiziert wurden, ein breit gefächertes Angebot verschiedener Kurse. Ziel ist es die Menschen in ihrem Recoveryprozess zu unterstützen und ihnen individuell Fähigkeiten an die Hand zu geben und erlernen zu lassen, wie sie ein normales Leben in der Gemeinschaft leben können. Als Mutter, als Arbeitnehmer, als Student, als Partner, als Freund und was immer es für Rollen oder Funktionen gibt. Die Teilnehmer in den Kursen sind meist zwischen 30 und 50 Jahre alt und heißen nicht Patienten oder Klienten oder ähnliches, sondern Studenten. Sie können sagen, dass sie einige Kurse an der University of Boston belegen und erfahren dadurch eine bessere Aufwertung ihres Selbstbewusstseins, als wenn sie sich als Teilnehmer eines „mental health programs“ bezeichnen würden. Des Weiteren bietet das REC Studenten der Universität Boston, die psychisch erkrankt sind, Unterstützung an. Das oberste Ziel ist es die Menschen im Studium zu halten, da viele, wenn sie erst einmal abgebrochen haben, nie wieder an die Uni zurückkehren. Die Unterstützung kann ganz unterschiedlich aussehen. Angefangen von einem Gespräch, bis hin zum „Hand halten“, Skillstraining oder Gesprächen mit Professoren. Diese Studenten wollen meist nicht in die REC kommen und werden daher zu Hause oder in der Uni oder an anderen Plätzen aufgesucht. Ich fragte Dori, wie die Menschen vom REC erfahren und sie berichtete, dass viele durch die Kliniken, in denen sie in akuten Phasen behandelt werden vom REC erfahren, bei anderen haben die Familien es im Internet recherchiert und wieder andere haben durch die Öffentlichkeitsarbeit davon erfahren. Des Weiteren fragte ich sie, ob sie auch Menschen betreuen, die verneinen eine psychische Erkrankung zu haben, da es ja gestern ein Teil der Top Ten der Einwände gegen Recovery war. Sie bejahte und sagte ebenfalls, dass die Diagnose nebensächlich sei. Es geht dann darum es nicht Krankheit zu nenne, sondern zu gucken worin die Person vielleicht unterstützt werden möchte. Die Diagnose sei im Endeffekt häufig nur zum Verschreiben der Medikation wichtig. Sie sagte aber, dass es keine Pille gibt um einen Menschen wieder am Leben teilhaben zu lassen und daher ist es eben wichtig einen Zugang zu finden und den Menschen zu helfen ihre gewünschten Ziele durch kleine Schritte zu verwirklichen. Deutlich wurde nochmals die Unterschiedlichkeit der Definitionen von Recovery.

Ich fragte weiter was aus ihrer Sicht die größten Hindernisse von Institutionen z.B. Kliniken sind um Recovery zu ermöglichen und sie antwortete, dass die Helfer in den Akutkrankenhäusern die Menschen ja meist nur sehen, wenn es Ihnen schlecht geht und sie daher nicht sehen können welche Potentiale in den Menschen stecken und das sie sich auch verbessern und entwickeln können. Des Weiteren sieht sie den Fokus oft nur auf die Medikation gerichtet und erlebt, dass viele Menschen überdosiert mit Medikamenten sind. Das verhindert häufig, dass die Menschen sich auf Ziele konzentrieren können. Sie berichtete mir von einem sehr recoveryorientiertem (deutschen) Arzt, der im hiesigen Krankenhaus arbeitet, der großen Wert darauf legt, den Menschen nur so viele Medikamente wie eben nötig zu geben. Er dient gerade für viele andere Kollegen als ein Vorbild durch seine allgemein recoveryorientierte Denkweise und sorgt für eine Annäherung an Recovery. Im REC haben sie ebenfalls Studenten, die Medikamente bewusst ablehnen, bewusst nehmen und denen sie bewusst eine Medikation empfehlen.

Des Weiteren sprachen wir über Stigma. Liebe Sabine, Du hattest ja gefragt, ob Recovery in der hiesigen Gesellschaft bekannt und in deren Bewusstsein ist. Ich habe die Frage heute weitergegeben und als Antwort gekommen, dass natürlich Stigmatisierung ein großes Thema ist. Wie Marianne Farkas bereits sagte, schreit die Bevölkerung nach jedem Vorfall an dem Menschen, die irgendwann mal das Label „psychisch erkrankt“ bekommen haben, beteiligt waren, nach Sicherheit und Risikominimierung. Gestern Abend habe ich mir, wie es sich für mich für einen guten Sonntag Abend gehört, den Tatort über das Internet angesehen. Auch hier war die Täterin natürlich wieder die Frau, die irgendwann mal in der Psychiatrie gewesen ist. (Ich hoffe ich habe jetzt niemand das Ende verraten, der es sich heute ansehen wollte.) Dori hat mich auf eine weitere Kampagne aufmerksam gemacht für die die Schauspielerin Glenn Close Schirmherrin ist: http://www.bringchange2mind.org/videos/entry/change-a-mind-about-mental-illness. Zudem sagte sie, dass in Denver an allen Bussen, sowohl auf dem Lack als auch in den eingeblendeten Schriftzügen, steht, dass Recovery von psychischen Erkrankungen möglich ist und sie damit ein super Projekt geschaffen haben um die Öffentlichkeit anzusprechen. Sie sagte, dass es in Massachusetts da noch Handlungsbedarf gibt.

Anschließend kamen wir zum Recovery Workbook. Ich bin mit meinen zwei Büchern hingefahren und bin mit sechs Büchern wieder zurückgekommen. Es ist ein Arbeitsbuch, das sie in ihren Edukationsgruppen machen. Sie nennen sie übrigens bewusst nicht Psychoedukationsgruppen. Enthalten sind viele Elemente, die auch bei uns bereits gängige Praxis sind und angewandt werden. Das Arbeitsbuch geht in eine ähnliche Richtung wie das bereits vorgestellte „Das Leben wieder in den Griff bekommen“, mit dem ihr jetzt hoffentlich schon alle arbeitet. ;) Sie sagte, dass die Reaktionen durchweg positiv sind und die Menschen es wirklich wie ein Werkzeug benutzen. Anschließend an unser Gespräch stellte sie mich noch einem anderen Mitarbeiter mit gelebter Erfahrung einer psychischen Erkrankung vor, der vor 20 Jahren als Student ins REC kam und nun dort arbeitet. Er hat eine Ausbildung zum „Certified Peer Supporter“ gemacht (das ähnelt unserer Ex-In-Ausbildung, aber ich kann hoffentlich im Rahmen des Praktikums noch mehr dazu in Erfahrung bringen) und hat eine spezielle Weiterbildung um Sportkurse zu leiten. Er leitet viele unterschiedliche Gruppen des REC unter anderem das Training zum Arbeitsbuch. Er hat mir dargestellt wie er es anwendet und welchen Effekt es auf ihn hatte und welchen es auf aktuelle Studenten hat. Es war sehr interessant. Es wird in einem Gruppensetting durchgeführt. Das Arbeitsbuch ist mit Aufgaben versehen. Den Studenten ist es freigestellt ihre individuell auf sie zugeschnittenen Lösungen in der Gruppe zu besprechen, oder mit einem anderen vertrauten Studenten oder mit dem Gruppenleiter. Meist sei aber so ein Wachstum in der Gruppe zu merken, da jeder von den Erfahrungen und Lösungen der anderen profitieren kann, dass jeder partizipiert. Zudem spielt das Thema Hoffnung, die in diesen Gruppen entsteht, erneut eine große Rolle. Er selbst hat immer wieder gesagt, dass er es nicht schafft Gruppen zu leiten oder die erweiterten Ausbildungen zu machen. Beim CPR hat er immer wieder Rückhalt bekommen und signalisiert bekommen, dass er es schaffen kann und sie hinter ihm stehen.

Es war erneut ein richtig informativer Tag des Austauschs. Und wo ist der Haken? Ja, der gute Mann bietet vor allem Sportgruppen an. Und wer darf da morgen um 10 Uhr in Sportklamotten auf der Matte stehen und partizipieren??? Genau ich!!! Körper und Geist hängt zusammen und morgen steht walken auf dem Plan. Ich werde berichten. ;)

Eure Regine

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