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Die Hospitation wurde ermöglicht durch Visit- soziotherapeutische Pflege GmbH.

08.05.2013 - Tag 8

Mein letzter Tag bei Alternatives Unlimited - Nomen est omen.


Heute durfte ich am „Agency Training Day“, der zweimal im Jahr stattfindet, teilnehmen und habe auch den überaus sympathischen Direktor Dennis Rice und seine Frau Kelley Gamble kennenlernen dürfen, mit denen ich zuvor etliche Male gemailt habe. Sie haben mich zu Beginn der Veranstaltung allen Mitarbeitern vorgestellt und mir angeboten, dass sie mir jederzeit Rede und Antwort stehen, wenn ich nach meiner Rückkehr Fragen zu Recovery oder Alternatives habe. Es gab heute fünf unterschiedliche Fortbildungsprogramme und ich habe an „Exploring Healthy Living“ teilgenommen. Der Vormittag war sehr lustig und informativ, der Nachmittag eher langweilig. Ich durfte ein paar Tai Chi-Übungen kennenlernen und es wurde darüber gesprochen, wie man die Menschen in den Einrichtungen und auch die Mitarbeiter zu einem gesünderen Lebensstil motivieren kann. Dazu haben wir zwei Methoden kennengelernt. Mir ist in der letzten Woche immer wieder begegnet, dass hier Diäten und das Aufgeben zu Rauchen und Drogenkonsum große Themen sind. Durch den ganzheitlichen Ansatz den Alternatives verfolgt, gehen sie davon aus, dass mentale und physische Gesundheit eng verknüpft sind. Ich will euch jetzt nicht erklären, das ungesättigte besser als gesättigte Fettsäuren sind usw., denn das wisst ihr. Aber es wurde wieder deutlich wie wichtig es war den Klienten da abzuholen wo er ist und ihn mit kleinen Schritten zum Ziel zu führen. Die anderen Teilnehmer erzählten mir, dass Alternatives sehr großen Wert darauf legt, dass die Mitarbeiter regelmäßig Fortbildungen besuchen. Methoden wie Motivierende Gesprächsführung, Aktives Zuhören und Shared-Decision-Making sind gut verinnerlicht.

Es ist sehr schade, dass die Zeit bei Alternatives und mit Shari schon vorüber ist. Ich konnte eine Menge lernen und wir hatten auch noch Spaß dabei. Shari hat so gut für mich gesorgt: Für Getränke, für Essen, sie hat mein Taxi gespielt und vor allem hat sie für Recovery-Input gesorgt. Zum Abschied hat sie mir sogar noch ein Buch über die Geschichte der Psychiatrie in den USA geschenkt.

Ihre Kollegen loben Shari sehr und beschreiben sie alle als eine gute Kollegin, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Jill erzählte mir gestern, dass der Vorteil einer Krankenschwester wie Shari ist, dass sie viel medizinisches Sachverständnis hat, aber auch Zeit für die Menschen mitbringt. Bei den Ärzten sei das häufig 5-Minuten-Medizin. Wenn ich mir die spitze Bemerkung erlauben darf: Komisch, kenne ich irgendwo her?! Ich habe übrigens in der ganzen Zeit bisher keinen einzigen Arzt gesehen. Wie auch immer: Es war eine große Bereicherung Shari und Alternatives Unlimited kennenzulernen und ich hoffe, dass sie genauso weiter machen wie bisher. :) Ich gehe aber auch mit einem kleinen lachenden Auge, da ich jetzt nicht mehr um 5 Uhr aufstehen und täglich 3 Stunden Zug fahren muss, sondern in Boston bleiben kann.  

Jetzt bin ich schon über eine Woche hier und schreibe Euch etwas über Recovery und habe noch nicht einmal die Hoffnung erwähnt. Asche auf mein Haupt. Hoffnung ist eine der tragenden Säulen von Recovery. Wie ihr ja bereits wisst, stammt der Recoveryansatz aus der Betroffenenbewegung. Viele der psychiatrieerfahrenen Menschen wehren sich gegen pessimistische Diagnosen und Perspektiven, die ihnen gegeben wurden. In der Literatur findet man immer wieder dahingehende Statements. Zwei der prominentesten Recoveryvertreter der USA möchte ich euch nun vorstellen und die Relevanz von Hoffnung verdeutlichen. Patricia Deegan berichtet über ihr Arztgespräch, bei dem sie mit Anfang 20 über ihre Diagnose "aufgeklärt" wurde folgendes: Sie habe „eine Krankheit namens chronische Schizophrenie […]. Dies sei eine Krankheit wie Diabetes. Wenn sie Medikamente für den Rest ihres Lebens nehmen und Stress vermeiden würde, dann könne sie möglicherweise gut damit leben“ (Amering & Schmolke, 2007, S. 164). Allein der Begriff chronisch ist so desillusionierend und lähmend, dass durchaus jegliche Motivation eine Genesung (=Recovery) anzustreben, versiegt. Deegan ruft professionelle Helfer in ihrem Vortrag "Recovery and the conspiracy of hope" (https://www.patdeegan.com/pat-deegan/lectures/conspiracy-of-hope) dazu auf sensibel mit dem Thema Hoffnungen umzugehen. Eine weitere bekannte Person ist Daniel Fisher. Mit Anfang 20 bekam er die Diagnose "paranoide Schizophrenie". Während mehrerer desillusionierender Krankenhausaufenthalte entwickelte er den Traum Psychiater zu werden und das System zu ändern, damit anderen nicht dasselbe geschieht wie ihm. Er erzählte seinem Schwager davon und dieser stellte sich als "Holder of Hope" heraus und machte ihm deutlicht, dass er das schaffen kann. Fisher ist in den USA nun ein bekannter Psychiater. In diesem Video spricht Fisher über Recovery und Hoffnung: http://www.youtube.com/watch?v=vE_TKAo3eOw. Während meiner Hospitation bei Alternatives Unlimited musste ich diesbezüglich häufig an das Buch "Und morgen bin ich ein Löwe" von Arnhild Lauveng denken. Ein junges Mädchen bekommt die Diagnose Schizophrenie und verbringt eine schreckliche Zeit in einer psychiatrischen Klinik. Sie hat von Kind an den Wunsch Psychologin zu werden. Jedes mal, wenn sie versucht mit jemandem darüber zu sprechen, wird das als unrealistisch abgestempelt. Eines Tages bekommt sie dann den jährlichen Besuch von einer Arbeitsvermittlerin. Sie berichtet von ihrem Berufswunsch. Erstmalig nimmt sie jemand ernst und erarbeitet mit ihr einen Plan, wie sie mit kleinen Schritten ihr Ziel verwirklichen kann. Heute praktiziert sie als Psychologin. Das ist die Arbeit von Alternatives, dem Genesis Club und ähnlichen Einrichtungen. Im Genesis Club helfen sie den Menschen beispielsweise einen Job zu finden und gucken, was der Mensch benötigt um die Anforderungen, die der Job mit sich bringt, erfüllen zu können. Sie beschrieben, dass sie junge Menschen, die eine psychiatrische Diagnose bekommen haben, häufig zu Hause aufsuchen. Dazu fand ich die Aussage treffend, dass die jungen Menschen nicht in Mental Health-Programmen sein wollen. Sie wollen arbeiten, eigenes Geld verdienen und darin einen Sin finden. Alternatives Unlimited und Einrichtungen wie das Genesis Club House helfen ihnen ihre Hoffnungen und Träume zu verwirklichen. Zu diesen Geschichten passt, dass Amerika das Land unbegrenzten Möglichkeiten ist. Und wie der Name Alternatives Unlimited sagt, gibt es viele Alternativen zur Hoffnungslosigkeit. Nomen es omen. Ich konnte hier erleben, wie es die Menschen beflügelt jemanden zu haben, der an einen glaubt. Wir alle kennen Menschen, die schilderten, dass sie die Hoffnung verloren zu haben. Was bedeutet es, wenn einem jede Hoffnung genommen wird? Also, probiert mal aus Holder of Hope zu sein.

Morgen sehe ich mir eine zweite Recovery Learning Community (RLC) an. Die erste in Worcester hat mir so gut gefallen, dass ich mit Hilfe des Zentrums für Psychiatrische Rehabilitation organisieren konnte mir noch eine zweite in Boston anzusehen.

Eure Regine

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