|
Dr. Hanns-Stephan Haas wurde zum Gründungsrektor der FH der Diakonie
berufen.
In der Pressemitteilung der v. Bodelschwinghschen Anstalten heißt es:
Berlin/Bielefeld, 16. Dezember 2005. Das Diakonische Werk der EKD und
mehrere große diakonische Einrichtungen in Deutschland bereiten die Gründung
einer privaten Fachhochschule der Diakonie vor. Die staatlich anerkannte
Fachhochschule wird ihren Sitz in Bielefeld haben. Die FH der Diakonie wird
berufsbegleitende Studiengänge mit hoher Praxisnähe anbieten, die sich vorrangig
an Mitarbeitende mit Fachschulabschluss richten und zu besonderen Fach- und
Führungsaufgaben in Kirche und Diakonie qualifizieren sollen.
Der Studienbetrieb soll am 1.Oktober 2006 starten.
Das Ziel der Fachhochschulgründung ist die Sicherung der Qualifikation der
Mitarbeiterschaftin der Diakonie nach europäischen Standards auf einem
bundeseinheitlichen Niveau. Mit der Gründung der Fachhochschule will sich die
Diakonie unter anderem auf die veränderten Rahmenbedingungen im „vereinten
Europa“ einstellen: Die Ausbildungsplätze mit Fachschul-Abschluss- allein in den
von Bodelschwinghschen Anstalten und im Evangelischen Johanneswerk sind dieses
über 1.200 - sind dann in ein durchlässiges Bildungssystem integriert, das von
der Helferqualifikation bis zum Hochschulstudium reicht.
Träger der neuen privaten Fachhochschule der Diakonie ist eine gemeinnützige
GmbH, an der neben den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel/Bielefeld als
Hauptgesellschafter (54 Prozent), das Diakonische Werk der EKD, das Evangelische
Johanneswerk/Bielefeld, das Evangelische Pertheswerk/Münster, die Diakonie
Neuendettelsau/Bayern, die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal/Brandenburg und
weitere diakonische Träger (so zum Beispiel einige regionale Diakonische Werke
in Westfalen) beteiligt sind. Die Träger haben das gemeinsame Interesse, mit den
neuen Studienmöglichkeiten die fachliche Kompetenz und die diakonische Identität
der künftigen Leitungsverantwortlichen und Führungskräfte zu stärken.
Adressaten:Die Fachhochschule der Diakonie wendet sich vorwiegend an
berufstätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen des Sozial- und
Gesundheitswesens, die bereits eine Ausbildung auf Fachschulniveau haben und
sich für besondere Aufgaben berufsbegleitend weiterbilden wollen. Konkret: Mit
diesem Studienangebot werden Krankenschwestern und –pfleger, Altenpfleger/innen,
Heilerziehungspfleger/innen, Heilpädagog/innen, Erzieher/innen, Ergo- und
Physiotherapeut/innen und vergleichbare Zielgruppen angesprochen werden. Die
Berechtigung zum Studium kann über die Fachhochschulreife oder - bei Vorliegen
der Voraussetzungen - über eine Einstufungsprüfung nachgewiesen werden.
Studiengänge/Inhalte:
Zur Zeit sind drei jeweils sechssemestrige Studiengänge geplant, die mit dem
europaweit anerkannten akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) abgeschlossen
werden. Die Studiengänge sind interdisziplinär angelegt.
Im ersten Studiengang geht es um Leitung und Management („Gestalten und
Steuern von Dienstleistungen in Sozial- und Gesundheitswesen“). Dieser
Studiengang zielt auf Wohnbereichs-, Bereichs-, Abteilungsleitungen und ähnliche
ab.
Der zweite Studiengang qualifiziert für Aufgaben im Bereich Beraten,
Anleiten, Qualifizieren und Mentorentätigkeit („Integratives Beraten und
Anleiten im Sozial- und Gesundheitswesen“). Hier können sich Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter qualifizieren, die in Fachdiensten, Stabsstellen und in der
Projektarbeit tätig sind oder sich auf derartige Aufgaben vorbereiten – zum
Beispiel in der Anleitung und Begleitung von Hilfskräften, Schülerinnen und
Ehrenamtlichen, im Qualitäts-, Case- oder Projektmanagement, in der Begleitung
von Selbsthilfegruppen oder an Schnittstellen in Übergangssituationen.
Der dritte Studiengang „Werteorientiertes Gestalten in Kirche und Diakonie
(Diakon/Diakonin*)“ bietet neben dem Bachelor-Abschluss die Möglichkeit zur
kirchlichen Einsegnung als Diakon/Diakonin.
Drei Charakteristika werden das Studienangebot an der zukünftigen FH der
Diakonie kennzeichnen:
Eine große Unternehmens- und Praxisnähe, das heißt eine sehr enge Verzahnung
von Studium und Berufspraxis, ist gegeben. Die berufliche und betriebliche
Wirklichkeit der Diakoniewird ganz überwiegend Ausgangs- und Zielpunkt des
Studierens sein. Auch die Forschungsvorhaben der Fachhochschule werden sich auf
die diakonische Praxis beziehen.
Das Studium ist berufsbegleitend organisiert. Es wird Präsenzphasen am
Wochenende (etwa 1 mal monatlich Freitag/Samstag) und halbjährlich eine
Studienwoche geben, Lernen in regionalen Arbeitsgruppen, aber auch begleitetes
Selbststudium mit vorbereiteten Lernmaterialien, im Internet (e-learning) und im
Kontakt mit DozentInnen und Mitstudierenden im Chat und auf einer elektronischen
Plattform.
Eine Orientierung an christlichen Werten und evangelischer Ethik zeichnet die
Studienangebote aus.
Geplant ist darüber hinaus eine enge fachliche und personelle Verzahnung von
Ausbildung und Forschung an der Fachhochschule mit den Fort- und
Weiterbildungseinrichtungen der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und des
Evangelischen Johanneswerkes, der Führungsakademie für Kirche und Diakonie sowie
mit dem diakoniewissenschaftlichen Schwerpunkt der Kirchlichen Hochschule in
Bielefeld-Bethel.
An der Fachhochschule der Diakonie werden voraussichtlich acht Professuren
eingerichtet; daneben wird es einige wissenschaftliche Mitarbeitende geben.
Viele Praktiker aus den beteiligten diakonischen Werken und Einrichtungen haben
sich außerdem jetzt schon bereit erklärt, für spezielle Fachthemen Lehraufträge
zu übernehmen.
Die Studiengebühren an der privaten FH der Diakonie betragen monatlich 150
Euro [100 Euro für den Studiengang „Werteorientiertes Gestalten in Kirche und
Diakonie (Diakon/Diakonin*)]“.
|