Neuer Jahrgang
Studierende der FHdD (Paul Schulz)
"Mit Lust den Dingen auf den Grund gehen", das wünschte
Prof. Dr. Martin Sauer, Rektor der Fachhochschule der Diakonie (FHdD), bei der
Immatrikulationsfeier in Bielefeld-Bethel den 79 neuen Studierenden. Zur
Semestereröffnung gratulierten auch NRW-Wissenschaftsminister Prof. Dr. Andreas
Pinkwart und Diakonie-Präsident Kottnik per Videogrußwort. "Es ist ein
anspruchsvolles und modernes Angebot, für das Sie sich entschieden haben", so
der Wissenschaftsminister. Das Konzept des berufsbegleitenden Studierens, das
die Fachhochschule biete, sei sowohl inhaltlich als auch organisatorisch eine
zukunftsweisende Art der Qualifizierung.
Die soziale Praxis zu erforschen ist ein Schwerpunkt der FHdD. Sie setzt
dabei auf erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Situation im
Sozialwesen kennen. Aus diesem Grunde sind die Studierenden an der FHdD auch
überdurchschnittlich alt im Vergleich zu anderen Fachhochschulen. Das
Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren. Sie bringen Berufs- und Lebenserfahrung
mit und wissen, was sie wollen. Sie lernen mit wissenschaftlichen
Forschungsmethoden, die derzeitigen sozialen Bedingungen zu prüfen und
alternative Konzepte zu entwickeln.
Die kirchliche FHdD sieht dieses bewusst als ihre Aufgabe an. Christliche
Werte - wie die bedingungslose Würde eines jeden Menschen - sind die Richtschnur
für den Umgang mit armen, kranken und in Not geratenen Menschen. Prof. Dr.
Martin Sauer ermutigte die "Neuen" deshalb, sich im Studium eine eigene Position
zu erarbeiten. Studieren bedeute: sich nicht vom "heiligen Schein" täuschen zu
lassen, sondern eifrig und kritisch vermeintliche Autoritäten und Bedingen zu
hinterfragen. Das biblische Liebesgebot ist "eine Kampfansage an unmenschliche
Zustände heute", verdeutlichte auch FHdD-Professor Dr. Hermann Brandhorst im
Eröffnungsgottesdienst. 'Liebe' meine nicht nur persönliche, auf das Privatleben
bezogene Gefühle und Handeln, sondern eine Kraft, die zur Parteinahme für das
Lebensrecht und die Würde jedes Menschen dränge: "Gott und die Liebe zielen auf
die Vermenschlichung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse",
hob der Theologe hervor.
16. Oktober 2007 - K. Schachtsiek